Was ist Plattformwirtschaft?

weltweit 300x300 - Was ist Plattformwirtschaft?Kennen Sie die Spielregeln des internationalen Wettbewerbs? Das ist gut. Und nun vergessen Sie einfach einen Teil davon. Denn im Zeitalter der Plattformen und des Internethandels scheinen die althergebrachten Regeln immer mehr an Substanz zu verlieren. Grund dafür sind die digitalen Märktplätze, die Plattformen, die den Kunden zum Kauf animieren und dabei nicht nur die goldenen Regeln der Werbung außer Gefecht setzen.

Die neuen Marktplätze


Auch heute noch spielen Marktplätze eine große Rolle im Handelsgeschehen. Doch finden wir mittlerweile einen großen Teil der von uns benötigten Marktplätze und auch Plattformen im Internet wieder. Wie auch auf den traditionellen Marktplätzen kann man hier Dienstleistungen austauschen, neue Kontakte knüpfen und alte pflegen und selbstverständlich Handel treiben. Und doch besteht ein riesengroßer Unterschied. Denn im Zeitalter des Internets ist der Handel nicht mehr regional beschränkt, wie wir es vom traditionellen Markt kennen. Und noch einen sehr großen Unterschied müssen wir feststellen " es gibt absolut keine zeitlichen Beschränkungen mehr. Wann auch immer Ihnen danach ist " dank der Plattformwirtschaft ist es möglich 24 / 7 / 365 zu kaufen und zu verkaufen.

Die Amerikaner machen es vor


Es sind die Unternehmen, die ihren Sitz in den USA haben, die uns zeigen, wie Plattformwirtschaft wirklich geht. Gängige Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook oder Apple sind seit Jahren führend auf diesem Markt und weiten ihre Präsenz immer weiter aus. Es scheint, also könnten die europäischen Unternehmen einfach nichts entgegenbringen. Ihnen steht der größte Anteil der Wertschöpfung zu. Damit besteht die Gefahr einer Monopolstellung oder einer Marktkonzentration.

Der Vorteil einer Plattform


Natürlich ist das Hauptanliegen einer Online-Plattform, die Bedürfnisse des Kunden mit den Interessen und Angeboten des Händlers / Anbieters zusammenzubringen. Daran ist nichts Verwerfliches. Allerdings muss hinzugefügt werden, dass diese Plattformen in den meisten Fällen von Unternehmen ins Leben gerufen werden, die mit Handel oder dem Anbieten von Dienstleistungen in dieser Form eigentlich rein gar nichts zu tun haben.

Schauen wir uns einen der ganz Großen an " Apple. Das I-Phone war und ist eine große Innovation. Keine Frage. Doch ist Ihnen vielleicht auch schon aufgegangen, dass alle APP’s, die auf diesem Smartphone installiert werden können, ausschließlich im APP-Store erhältlich sind? Über Google Play ist da nichts zu machen. Denn alle APP’s müssen derart ausgelegt sein, dass sie auch für I-Phones passend sind. Dafür müssen sie speziell programmiert sein. So findet man im Google-Play-Shop wesentlich mehr APP’s als im APP-Store von I-phone. Und das einzig, weil man diese APP’s nicht für den Gebrauch im I-phone umprogrammieren möchte. Ein kleverer Schachzug von Apple? Auf jeden Fall. Wie kann man den Kunden besser an sich binden als mit Anwendungsprogrammen und Spielen.

Tempo, Tempo bitte


Entscheidend für eine Poolposition in der Plattformwirtschaft ist also nicht zwangsläufig das Angebot oder die Qualität der Dienstleistung. Vielmehr ist es das Tempo mit dem man auf den Markt prescht. Je schneller und aggressiver der Markt förmlich überrollt wird, desto beeindruckter sind die Kunden und lassen sich geradezu von dieser aggressiven Vorgehensweise einlullen. Zu schade nur, dass der Kunde gar nicht merkt, wie er Stück für Stück genau genommen über den Tisch gezogen wird. Naja, eigentlich auch das nicht. Trotzdem entwickelt sich eine gewisse Abhängigkeit von dem Produkt, das einem hier angeboten wird.

Know-How ist alles


Plattformwirtschaft ist nichts, was so nebenbei betrieben werden kann. Hier wird viel vorausgesetzt. Wer sich darin versuchen möchte, benötigt zunächst ein passendes Geschäftsmodell. Dem folgt eine Menge Know-How wie Optimierung der Geschäftsvorgänge, IT-Lösungen in Bezug auf Präsentation, Bestellungsvorgänge, Abrechnung usw.. Zudem empfiehlt es sich, einen Think-Tank an der Hand zu haben, um nicht nur neue Ideen zu präsentieren, sondern diese auch schnellstmöglich umsetzen zu können. Denn im Internet zählt nur eines, wenn man zu den ganz Großen gehören möchte " Tempo, Tempo, Tempo. Zeit zum Ausruhen hat man in der Freizeit, falls man sie sich leisten kann.

B2B " um erst einmal im Internet Fuß zu fassen


B2B, also „Wer liefert was?“ mag vielen bereits ein Begriff. Im Internet ist das Wissen um B2B noch wichtiger, einfach weil im Internet eigentlich alle Vorgänge in Windeseile vorgenommen werden. Für den Verkäufer ist es also eventuell überlebenswichtig, wenn er seine Produkte auf einer Plattform, einem Marktplatz wie ebay oder Amazon anbieten kann. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Über derartige Plattformen ist es dem Verkäufer möglich, seine Dienstleistung oder seine Waren schlagartig einer sehr großen Anzahl von Endkunden zu präsentieren. Ohne den Vorteil der Marktplattform wäre es ihm nicht möglich, diese Anzahl Kunden in einer akzeptablen Zeitspanne zu erreichen. Auch kann der regionale Radius schnellstmöglich verlassen werden. Ein weiterer Pluspunkt.

Zum Vermarktungsvorteil kommt auch der Abrechnungsvorteil hinzu. Was bei einem eigenen Online-Shop eine zeitaufwendige Angelegenheit wäre, ist hier bereits automatisiert, sodass der Aufwand sich minimiert.

Nicht nur die Anbieter herkömmlicher Waren und Dienstleistungen profitieren von diesem Vermarktungsprinzip. Gerade Nischenprodukte können hier ihren Weg zu Abnehmern finden, die anderenfalls vielleicht niemals über diese Produkte gestolpert wären.

Die Plattformwirtschaft ermöglicht dem Gewerbe, im Internet einen professionellen und weitreichenden Internetauftritt für den Verkauf bzw. das Anbieten von Waren und Dienstleistungen. Nein, die Plattformen sind nicht mehr wegzudenken. Zu stark vernetzen sie den Kunden mit dem Verkäufer. Sie bieten eine Möglichkeit für einen interaktiven Einkauf. Für beide Seiten wird dieser dank der Plattform so einfach wie möglich gehalten. Und genau deshalb sind sie auf beiden Seiten so beliebt.